Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist ein direktes Gehirnwellentraining. Durch den Trainingsprozess lernt das Gehirn mit größerer Kontrolle und Stabilität zu funktionieren. Wir beobachten das aktive Gehirn von Moment zu Moment und geben diese Informationen zurück an die trainierende Person. Wir belohnen dabei das Gehirn für das Verändern seiner eigenen Aktivität in Richtung mehr angemessener Muster über optisches und akustisches Feedback.
Dies ist ein allmählicher Lernprozess. Er gilt für jeden messbaren Aspekt der Gehirnfunktion. Neurofeedback wird auch EEG-Biofeedback genannt, da es auf der elektrischen Gehirnaktivität, dem Elektroenzephalogramm (EEG), beruht.
Neurofeedback ist das Training der Selbstregulation. Es ist ein Biofeedback-Verfahren, angewendet auf das Gehirn selbst. Die Selbstregulationsfähigkeit ist ein notwendiger Bestandteil einer guten und ausgewogenen Gehirntätigkeit. Das Training der Selbstregulationsfähigkeit bewirkt eine bessere Funktion des zentralen Nervensystems.
Wofür ist Neurofeedback einsetzbar?
Neurofeedback spricht Schwierigkeiten der Gehirn-Regulation an. Diese beinhalten das Angst-Depressions-Spektrum, Aufmerksamkeitsdefizite (ADS/ADHS), Verhaltensstörungen, unterschiedliche Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Migräne, PMS (prämenstruelles Syndrom), emotionale Störungen. Es wird auch erfolgreich bei organischen Gehirnstörungen eingesetzt, wie Krampfstörungen, dem Autismus-Spektrum und zerebralen Lähmungen.
Kann Neurofeedback diese Zustände heilen?
Im Falle organischer Hirnstörungen kann es nur darum gehen, das Gehirn zu einem besseren Funktionieren zu bringen, weniger um Heilung dieser Störungen. Wenn es zu Störungen der Regulation kommt, würden wir sagen, es handelt sich nicht um eine heilbare Störung. Wenn also eine Dysregulation vorliegt, ist Selbstregulation das Ziel. Aber nochmals sei betont, dass das Wort "Heilung" in diesem Falle nicht angemessen ist.
Die Symptome verschwinden also demnach?
Tatsächlich kann mit Neurofeedback ein völliges Eliminieren der Symptome erreicht werden. Eine Person mit Aufmerksamkeits-Defizit-Störung ist vielleicht fähig, das Gehirn so zur Steigerung der Aufmerksamkeit zu trainieren, dass der Zustand nicht mehr diagnostizierbar sein wird. Eine Person mit Migräne wird von dieser befreit werden können, behält jedoch eine größere Anfälligkeit oder Disposition zur Migräne als der Durchschnitt. Eine Person mit Epilepsie wird nicht länger Anfälle haben, obwohl diese Person eine "Verletzlichkeit" für Anfälle beibehalten wird. Ein Kind mit ernsten Tobsuchts- oder Wutanfällen wird diese nach und nach verlieren.

